Inhalte für unsere Heimat und Zukunft
CDU-Bürgerprogramm 2026-2031
Am Sonntag, den 13. September 2026, entscheiden die Bürgerinnen und Bürger über die Zusammensetzung des neuen Westersteder Stadtrates. Westerstede mit rund 24.500 Einwohnerinnen und Einwohnern ist eine starke Stadt mit lebendigen Dörfern, vielfältigem Ehrenamt, einer leistungsfähigen Wirtschaft und einem besonderen landschaftlichen Charakter.
Als CDU Westerstede wollen wir diese Stärken bewahren und zugleich die Aufgaben der kommenden Jahre entschlossen angehen. Unser Bürgerprogramm 2026/2031 verbindet solide Finanzen, wirtschaftliche Vernunft und eine moderne Verwaltung mit sozialem Zusammenhalt, guten Entwicklungschancen für Stadt und Dörfer sowie einem verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Ressourcen.
Unser Anspruch ist eine Kommunalpolitik, die zuhört, unterschiedliche Interessen zusammenführt und Entscheidungen nachvollziehbar macht. Wir setzen auf praktische Lösungen, Verlässlichkeit und die enge Zusammenarbeit mit den Menschen, Vereinen, Unternehmen, Ortsbürgervereinen und Institutionen vor Ort.
1 Digitalisierung
Die digitale Transformation verändert Verwaltung, Wirtschaft und Alltag. Für Westerstede liegt darin die Chance, Dienstleistungen einfacher zugänglich zu machen, Abläufe zu beschleunigen und die Stadtverwaltung effizienter aufzustellen. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an Datenschutz, IT-Sicherheit und Krisenfestigkeit.
Digitalisierung ist für uns kein Selbstzweck. Sie muss den Menschen dienen und darf niemanden ausschließen. Persönliche Ansprechpartner, telefonische Auskünfte und analoge Zugänge bleiben deshalb ein fester Bestandteil einer bürgernahen Verwaltung.
1.1 Unsere Ziele
1.1.1 Digitale Verwaltung und guter Bürgerservice
– Wir bauen die digitalen Serviceangebote der Stadt konsequent aus. Anträge, Terminvereinbarungen, Informationen und Bearbeitungsstände sollen dort, wo es rechtlich möglich und sinnvoll ist, digital und verständlich verfügbar sein.
– KI-gestützte Assistenzsysteme wie Chatbots und perspektivisch Voicebots wollen wir sinnvoll einsetzen, damit häufige Fragen schnell beantwortet, Anliegen zielgerichtet weitergeleitet und Informationen auch außerhalb der Öffnungszeiten zugänglich werden. Barrierefreiheit soll dabei mitgedacht werden.
– Digitale Angebote werden so gestaltet, dass sie einfach, sicher und verständlich nutzbar sind. Wer kein Smartphone, keinen Computer oder keinen Internetzugang nutzt, muss alle städtischen Leistungen weiterhin unkompliziert erhalten können.
1.1.2 Effiziente Prozesse und moderne Arbeitsweise
– Wir wollen Verwaltungsprozesse systematisch überprüfen, vereinfachen und möglichst durchgängig digitalisieren. Prozesslandkarten und klare Zuständigkeiten sollen helfen, unnötige Arbeitsschritte zu vermeiden.
– Routinetätigkeiten sollen, wo sinnvoll, automatisiert werden. Bevor zusätzliche Stellen geschaffen werden, prüfen wir, ob Prozessverbesserungen, Digitalisierung oder geeignete KI-Anwendungen Aufgaben effizienter erledigen können.
– Die digitale Infrastruktur in Stadt und Dörfern bleibt eine Querschnittsaufgabe. Den Glasfaserausbau und leistungsfähige Netze wollen wir weiter voranbringen.
1.1.3 IT-Sicherheit und Krisenfestigkeit
– Die städtische IT und kommunale Infrastruktur müssen bestmöglich gegen Cyberangriffe und technische Ausfälle geschützt werden. Dazu gehören regelmäßige Risikoüberprüfungen, aktuelle Sicherheitskonzepte und die fortlaufende Sensibilisierung der Beschäftigten.
– Für wesentliche Systeme brauchen wir klare Notfall-, Wiederanlauf- und Datensicherungskonzepte, damit die Stadt auch bei Störungen oder Angriffen handlungsfähig bleibt.
2 Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung
Westerstede und seine Dörfer brauchen ausreichend Wohnraum und zugleich eine Stadtentwicklung, die Grünflächen, Infrastruktur und gewachsene Ortsbilder schützt. Wachstum ist für uns eine Chance, wenn die notwendige Infrastruktur mitwächst und neue Vorhaben zum Charakter unserer Stadt passen.
Wir wollen Innenentwicklung und neue Bauflächen ausgewogen miteinander verbinden. Junge Familien, Alleinstehende, ältere Menschen und Menschen mit Unterstützungsbedarf brauchen unterschiedliche Wohnangebote.
2.1 Unsere Ziele
2.1.1 Ausreichend und bezahlbar wohnen
– Wir schaffen die planerischen Voraussetzungen für zusätzlichen und bezahlbaren Wohnraum. Neue Wohnungen sollen vorrangig auch durch Nachverdichtung und Baulücken entstehen.
– Eine langfristige Flächenbevorratung bleibt wichtig, damit die Stadt bei Wohn- und Gewerbeentwicklung handlungsfähig bleibt und nicht ausschließlich von kurzfristigen Marktangeboten abhängig ist.
– Neue Wohngebiete sollen Grünflächen, Spielmöglichkeiten (inkl. barrierearme Spielplätze), ausreichende Stellplätze sowie eine sichere Anbindung an Fuß- und Radwege vorsehen. Gute Verbindungen zu Schulen, Kindertagesstätten und Innenstadt erhöhen die Lebensqualität und Verkehrssicherheit.
2.1.2 Stadt und Dörfer gemeinsam entwickeln
– Unsere Dörfer sollen lebens- und liebenswert bleiben. Für Menschen, die in ihrem Heimatort bleiben oder dorthin zurückkehren möchten, sollen angemessene Baumöglichkeiten geprüft und Planungsverfahren möglichst effizient gestaltet werden.
– Die jeweiligen Ortsbürgervereine werden bei größeren Entwicklungen frühzeitig und eng beteiligt. Ihr Wissen über örtliche Besonderheiten ist für gute Planungen unverzichtbar.
– Neue Wohn- und Gewerbeentwicklungen müssen mit Schulen, Kitas, Mobilität, Gesundheitsversorgung sowie Energie-, Wasser-, Abwasser- und sonstiger Infrastruktur abgestimmt werden.
2.1.3 Vielfältige Wohnformen und gute Gestaltung
– Wir wollen einen ausgewogenen Mix aus Einfamilien-, Doppel-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern ermöglichen. Auch kleinere, barrierearme Wohnungen, gemeinschaftliche Wohnformen und Tiny Häuser sollen dort möglich sein, wo sie städtebaulich passen.
– Bei neuen Baugebieten wollen wir unterschiedliche Grundstücksgrößen und eine flächensparende Planung ermöglichen. So verbinden wir individuelle Wohnwünsche mit einem verantwortungsvollen Umgang mit Grund und Boden.
– Historische und ortsbildprägende Gebäude sollen bei Planungen angemessen berücksichtigt werden. Bei städtebaulich besonders prägenden Vorhaben soll der unabhängige Gestaltungsbeirat frühzeitig einbezogen werden.
2.1.4 Grün und Klimaanpassung in neuen Baugebieten
– Bei neuen Wohn- und Gewerbegebieten berücksichtigen wir frühzeitig Grünstrukturen, Bäume und Verschattung sowie die Folgen von Hitze, Starkregen und Trockenperioden. Wasserdurchlässige Flächen und Möglichkeiten zur Versickerung und Rückhaltung von Regenwasser sollen von Anfang an mitgeplant werden.
– Dach-, Fassaden- und Grundstücksbegrünung wollen wir dort unterstützen, wo sie sinnvoll umsetzbar ist. Sie verbessert Aufenthaltsqualität, Stadtklima und Regenwasserrückhaltung.
2.1.5 Planungen schneller und transparenter machen
– Die Möglichkeiten beschleunigter Planungs- und Genehmigungsverfahren wollen wir verantwortungsvoll nutzen. Schnelligkeit darf jedoch nicht zulasten geordneter Stadtentwicklung und guter Gestaltung gehen.
– Bauleitplanung und Genehmigungsprozesse sollen im rechtlich möglichen Rahmen digitaler, transparenter und effizienter werden. Klare Ansprechpartner und frühzeitige Informationen erleichtern Bürgerinnen, Bürgern und Bauwilligen die Planung.
– Bei größeren städtebaulichen Vorhaben informieren und beteiligen wir die Öffentlichkeit frühzeitig und nachvollziehbar.
3 Natur, Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit
Mensch, Natur und Umwelt gehören zusammen. Der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen ist Voraussetzung dafür, dass Westerstede und seine Dörfer auch für kommende Generationen lebenswert bleiben.
Nachhaltigkeit bedeutet für uns, ökologische, wirtschaftliche und soziale Belange miteinander zu verbinden. Klimaschutz, Landwirtschaft, Wohnungsbau, Wirtschaft und Lebensqualität dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wir setzen auf praktikable Maßnahmen, technologische Offenheit, Wirtschaftlichkeit und Beteiligung.
3.1 Unsere Ziele
3.1.1 Klimaschutz mit Augenmaß
– Das Klimaschutzkonzept der Stadt Westerstede wollen wir kontinuierlich umsetzen. Maßnahmen müssen neben ihrem Klimanutzen auch auf Wirtschaftlichkeit, Umsetzbarkeit und Auswirkungen für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen geprüft werden.
– Bei kommunalen Investitionen berücksichtigen wir Energieeffizienz und Nachhaltigkeit stärker. Maßnahmen, die dauerhaft Energie und laufende Kosten sparen, sind ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll.
– Über wichtige kommunale Klimaschutzmaßnahmen, Kosten und erreichte Wirkungen soll verständlich und nachvollziehbar informiert werden.
3.1.2 Grünflächen, Bäume und Artenvielfalt
– Bestehende Grünflächen und Wälder, insbesondere im Bereich der Innenstadt, wollen wir erhalten. Wo es sinnvoll und möglich ist, sollen neue öffentliche Grünbereiche entstehen. Dafür wollen wir ein Grünflächen- und Parkkonzept weiterentwickeln.
– Wir stellen weiterhin Mittel für öffentliche Baumpflanzungen bereit und setzen auf standortgerechte, möglichst klimaresiliente Arten. Zusätzliche Schattenbereiche und Stadtgrün verbessern Hitzeschutz und Aufenthaltsqualität.
– Insekten und andere heimische Arten brauchen Lebens- und Nahrungsräume. Blühflächen, naturnah gestaltete Beete und angepasste Pflege öffentlicher Grünflächen sollen dort eingesetzt werden, wo Nutzung und Verkehrssicherheit dies zulassen.
– Bei öffentlicher Beleuchtung berücksichtigen wir neben Energieeffizienz, Verkehrssicherheit und Sicherheitsgefühl auch die Auswirkungen auf Insekten und andere Tiere.
3.1.3 Regenwasser und Starkregenvorsorge
– Wir entwickeln Maßnahmen zur Starkregenvorsorge und Regenwasserrückhaltung weiter. Entsiegelung, Versickerungsmöglichkeiten und naturnahe Regenwasserbewirtschaftung sollen bei Bau- und Infrastrukturmaßnahmen stärker berücksichtigt werden.
– Wir setzen auf konkrete, örtlich passende Lösungen statt pauschaler zusätzlicher Belastungen für Grundstückseigentümer.
3.1.4 Erneuerbare Energien verantwortungsvoll ausbauen
– Den Ausbau erneuerbarer Energien verbinden wir mit den Interessen der Menschen vor Ort, der Landwirtschaft, des Landschaftsbildes sowie des Natur- und Artenschutzes. Die Umsetzung der regionalplanerischen Vorgaben muss transparent und unter frühzeitiger Bürgerbeteiligung erfolgen.
– Bei Windenergieprojekten wollen wir darauf hinwirken, dass insbesondere Anwohnerinnen und Anwohner im Umfeld der Anlagen Möglichkeiten erhalten, finanziell zu profitieren oder sich an Projekten zu beteiligen.
– Bei Photovoltaik gilt für uns: Dächer und bereits vorbelastete oder versiegelte Flächen zuerst. PV-Freiflächenanlagen außerhalb gesetzlich privilegierter Bereiche entlang der Autobahnen lehnen wir auf landwirtschaftlichen Nutzflächen grundsätzlich ab; bei bereits vorbelasteten, nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen ist eine Einzelfallprüfung möglich.
– Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden wollen wir dort umsetzen, wo dies technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist. Ebenso prüfen wir geeignete städtische Dächer und Fassaden für Begrünungsmaßnahmen.
3.1.5 Naturverbundenes Ehrenamt stärken
– Wir würdigen das ehrenamtliche Engagement für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz und begleiten Initiativen aus Bürgerschaft und Vereinen positiv.
– Jägerinnen und Jäger leisten einen wichtigen Beitrag zur Hege und Pflege heimischer Wildbestände; Anglerinnen und Angler engagieren sich für Gewässer und Lebensräume. Für die gesellschaftliche Anerkennung dieses Einsatzes werden wir uns weiterhin stark machen.
– Einen Sandabbau im Dorf Ihorst lehnen wir weiterhin klar ab. Der Schutz der dort lebenden Menschen, der Landschaft, Tierwelt und der Lebensqualität hat für uns hohes Gewicht.
4 Innenstadt und Märkte
Eine lebendige Innenstadt ist Einkaufsort, Arbeitsplatz, Treffpunkt und Visitenkarte Westerstedes. Wir wollen Geschäfte, Gastronomie, Dienstleistungen und Eigentümer gemeinsam mit Stadtmarketing, Wirtschaftsforum, Verwaltung und Kommunalpolitik stärken.
Gute Erreichbarkeit und Aufenthaltsqualität gehören für uns zusammen. Die Innenstadt soll für alle Generationen attraktiv sein und zugleich ihre Funktion als zentraler Geschäftsbereich behalten.
4.1 Unsere Ziele
4.1.1 Innenstadt stärken und Leerstände aktivieren
– Wir bündeln die Interessen von Immobilieneigentümern, Mietern, Wirtschaftsforum, Stadtmarketing, Verwaltung und Politik stärker und unterstützen ein aktives City-Management.
– Wir regen an, leerstehende Geschäfte in Abstimmung mit den Eigentümern durch Zwischennutzungen, Pop-up-Angebote sowie kulturelle und soziale Nutzungen schneller wieder zu beleben.
– Das ehemalige Postgebäude und sein Umfeld haben aufgrund ihrer zentralen Lage besondere Bedeutung. Im Rahmen der kommunalen Möglichkeiten wollen wir auf eine städtebaulich passende, attraktive und langfristige Entwicklung hinwirken.
4.1.2 Aufenthaltsqualität und Information verbessern
– Wir schaffen zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeiten für Familien, Jugendliche und ältere Menschen und verbessern durch Bäume, Beschattung, Sitzgelegenheiten und eine ansprechende Gestaltung die Qualität öffentlicher Räume.
– Digitale Infoboards sollen an geeigneten Stellen über Veranstaltungen, Kulturangebote und städtische Informationen informieren und Besucherinnen und Besuchern die Orientierung erleichtern.
– Ergänzend zur allgemeinen Radverkehrsinfrastruktur wollen wir Radservicestationen in der Innenstadt und an geeigneten Standorten in den Dörfern schaffen.
4.1.3 Erreichbarkeit und Parken sichern
– Die vorhandenen öffentlichen Pkw-Stellflächen in der Innenstadt wollen wir erhalten. Eine Bewirtschaftung der städtischen Parkplätze lehnen wir ab; das Parken auf diesen Flächen soll grundsätzlich kostenlos bleiben.
– Eine Verlängerung der Fußgängerzone in Richtung Peterstraße/Poststraße lehnen wir ebenso ab wie eine generelle Öffnung der bestehenden Fußgängerzone für den Pkw-Verkehr. Wir setzen auf eine verkehrsoffene, gut erreichbare Innenstadt mit klaren Regeln.
4.1.4 Märkte, Veranstaltungen und Handel
– Unser Wochenmarkt kann sich weiterhin auf unsere Unterstützung verlassen. Die Frühjahrs- und Herbstmärkte wollen wir gemeinsam mit den Beteiligten weiter attraktiv gestalten.
– Wir unterstützen anlassbezogene Sonntagsöffnungen im rechtlich zulässigen Rahmen, weil sie Handel und Innenstadt beleben.
– Ein attraktives Stadtfest und der Stadtstrand sollen weiter die Unterstützung der Stadt erhalten. Hierbei hat die Zusammenarbeit und enge Abstimmung mit Wirtschaftsforum, Gastronomie, Ortsbürgerverein und weiteren Akteuren eine besondere Bedeutung.
– Das Winterdorf (Weihnachtsmarkt) soll weiter durchgeführt werden und seinen zentralen Charakter behalten. Dabei sind wir bereit, in enger Abstimmung mit dem Betreiber die Attraktivität des Winterdorfes zu erhalten und auszubauen.
– Wir stehen Initiativen für neue Veranstaltungsformen und zur Steigerung der Attraktivität im Stadtzentrum offen gegenüber.
5 Land- und Baumschulwirtschaft
Landwirtschaft und Baumschulwirtschaft prägen Westerstede und das Ammerland. Familienbetriebe erzeugen Lebensmittel und Pflanzen, sichern Arbeitsplätze, pflegen unsere Kulturlandschaft und tragen wesentlich zur regionalen Wertschöpfung bei.
Wir stehen verlässlich an der Seite unserer land- und baumschulwirtschaftlichen Betriebe. Kommunale Entscheidungen müssen ihre Entwicklungsmöglichkeiten, die Erreichbarkeit ihrer Flächen und einen verantwortungsvollen Umgang mit landwirtschaftlichem Boden berücksichtigen.
5.1 Unsere Ziele
5.1.1 Flächen und Betriebe sichern
– Ausreichend landwirtschaftliche Flächen für die Lebensmittelerzeugung müssen erhalten bleiben. Bei Siedlungs-, Gewerbe- und Energieprojekten wollen wir den Flächenverbrauch so gering wie möglich halten.
– Eine Erhöhung der Grundsteuer A lehnen wir ab.
– Die Erreichbarkeit landwirtschaftlich genutzter Flächen muss auch bei Verkehrs- und Straßenplanungen gewährleistet bleiben.
5.1.2 Ländliche Wege und Infrastruktur
– Kirch- und Wirtschaftswege sind für Landwirtschaft, Dörfer, Radverkehr und Naherholung wichtig. Ihren Zustand wollen wir bedarfsgerecht erhalten und verbessern.
5.1.3 Baumschulstandort Westerstede stärken
– Die Baumschulwirtschaft ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, schafft qualifizierte Arbeitsplätze und prägt die Parklandschaft Ammerland. Ihre Entwicklungsmöglichkeiten wollen wir sichern und bürokratische Hürden im kommunalen Einflussbereich gering halten.
– Die enge Verbindung von Baumschulwirtschaft, Tourismus und regionaler Identität wollen wir stärker sichtbar machen.
6 Leben und Arbeiten in Westerstede
Eine starke heimische Wirtschaft ist Grundlage für Arbeits- und Ausbildungsplätze, kommunale Einnahmen und Lebensqualität. Westerstede und seine Dörfer sollen ein verlässlicher Standort für bestehende Unternehmen, Handwerk, Dienstleister, Handel, Start-ups und neue Investitionen bleiben.
Wirtschaftsförderung bedeutet für uns vor allem: zuhören, Verfahren verlässlich gestalten, Flächen vorausschauend entwickeln und Unternehmen bei Standort-, Planungs-, Genehmigungs- und Förderprogrammfragen professionell begleiten.
6.1 Unsere Ziele
6.1.1 Unternehmen halten und neue Ansiedlungen ermöglichen
– Wir schaffen verlässliche Rahmenbedingungen für bestehende Betriebe und verfolgen eine aktive, bedarfsgerechte Ansiedlungspolitik. Geeignete Gewerbeflächen sollen vorausschauend gesichert und dort erweitert werden, wo Infrastruktur und Umfeld dies tragen.
– Potenzielle Investoren und Existenzgründer sollen bei Standortsuche sowie Grundstücks-, Planungs- und Genehmigungsfragen klare Ansprechpartner und zügige Auskünfte erhalten.
– Wir wollen die Bestandspflege stärken und den regelmäßigen Austausch mit Unternehmen, Wirtschaftsforum, Handwerk und weiteren Wirtschaftsakteuren fortführen.
6.1.2 Handwerk, Mittelstand und Gründungen stärken
– Handwerk hat Zukunft. Wir wollen Ausbildungs- und Karrierechancen in den heimischen Betrieben sichtbarer machen und die Zusammenarbeit mit Kammern, Schulen und Wirtschaft unterstützen.
– Start-ups und Existenzgründer sind in Westerstede willkommen. Ergänzend zu den in 6.1.1 genannten Standort- und Verfahrensangeboten wollen wir insbesondere die Vernetzung von Gründerinnen, Gründern und jungen Unternehmen unterstützen.
– Der Dienstleistungsbereich ist neben Handel, Handwerk, Industrie, Landwirtschaft und Gesundheitswirtschaft eine tragende Säule des Standortes und soll in der Wirtschaftsförderung angemessen berücksichtigt werden.
6.1.3 Fachkräfte gewinnen und binden
– Die Gewinnung und Bindung von Fachkräften bleibt eine zentrale Zukunftsaufgabe. Westerstede muss als attraktiver Wohn-, Arbeits- und Ausbildungsort für Familien, junge Menschen und qualifizierte Beschäftigte weiter gestärkt werden.
– Gemeinsam mit Unternehmen, Kammern, Arbeitsmarktakteuren und Bildungseinrichtungen wollen wir konkrete Maßnahmen zur Fachkräftesicherung entwickeln. Wo sinnvoll, können auch gezielte europäische Rekrutierungs- und Integrationsansätze unterstützt werden.
6.1.4 Infrastruktur für Wirtschaft
– Leistungsfähiges Breitband, zuverlässige digitale Netze und Funknetze in Gewerbegebieten sind Standortfaktoren. Bestehende Lücken wollen wir konsequent schließen.
– Wirtschaftliche Stärke schafft die finanzielle Grundlage für Investitionen in Schulen, Infrastruktur, Sicherheit, Vereine und Lebensqualität. Deshalb gehören solide Standortpolitik und kommunale Handlungsfähigkeit für uns zusammen.
7 Familie, Soziales, Jugend und Senioren
Familien, Kinder, Jugendliche und ältere Menschen sollen in Westerstede und seinen Dörfern gute Bedingungen für ein selbstbestimmtes Leben finden. Sozialpolitik muss verlässlich helfen, wo Unterstützung notwendig ist, und zugleich Eigenverantwortung, Teilhabe und Zusammenhalt stärken.
Generationengerechtigkeit, Barrierefreiheit und ein gutes Miteinander unterschiedlicher Lebensentwürfe und Herkunftsgeschichten sind für uns wichtige Grundlagen einer starken Stadtgemeinschaft.
7.1 Unsere Ziele
7.1.1 Kinderbetreuung verlässlich gestalten
– Wir wollen Kindertagesstätten bedarfsgerecht ausbauen und ausreichend Betreuungsplätze in Stadt und Dörfern sichern. Qualität, verlässliche Öffnungszeiten und gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten gehören zusammen.
– Die Vergabe von Kita-Plätzen soll transparent und bürgerfreundlich weiterentwickelt werden. Wohnortnähe soll dabei stärker berücksichtigt werden, soweit dies mit Bedarf, Kapazitäten und pädagogischen Anforderungen vereinbar ist.
– Wir setzen uns für faire Krippengebühren ein und wollen die Sozialstaffel überarbeiten.
7.1.2 Jugend beteiligen und Freiräume schaffen
– Jugendliche brauchen Orte, an denen sie sich treffen, bewegen und eigene Ideen umsetzen können. Das Jugendzentrum, der Kinder- und Jugendtreff Ocholt, der Jugendtreff Halsbek, Sportangebote, Vereine und frei zugängliche Treffpunkte wollen wir bedarfsgerecht unterstützen und weiterentwickeln.
– Wir werden weiterhin den Jugendbeirat und Kinderrat bei ihrer Arbeit unterstützen.
7.1.3 Senioren und Teilhabe
– Westerstede soll barriereärmer werden. Bei Straßen, Wegen, Plätzen, Bushaltestellen und öffentlichen Einrichtungen berücksichtigen wir die Bedürfnisse von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.
– Begegnungs-, Bewegungs- und Beratungsangebote für ältere Menschen wollen wir gemeinsam mit Vereinen, Verbänden und sozialen Trägern unterstützen und bedarfsgerecht ausbauen.
– Kleinere, barrierearme und zentral gelegene Wohnangebote können älteren Menschen einen selbstbestimmten Umzug ermöglichen und zugleich größeren Wohnraum für Familien freisetzen.
7.1.4 Sozialen Zusammenhalt stärken
– Wir unterstützen Initiativen, die Menschen zusammenbringen und Einsamkeit entgegenwirken. Das gilt für Nachbarschaftshilfe, soziale Träger, Kirchen, Vereine und ehrenamtliche Angebote.
– Integration gelingt am besten durch Sprache, Bildung, Arbeit, Vereine und persönliche Begegnung. Kommunale Angebote sollen diesen Weg unterstützen und zugleich klare Regeln des Zusammenlebens vermitteln.
8 Schule und Bildung
Gute Bildung eröffnet Chancen und stärkt die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. Westerstede braucht moderne, sichere und gut ausgestattete Schulen, die mit den Anforderungen einer wachsenden Stadt Schritt halten.
Investitionen in Gebäude, digitale Ausstattung und Lernumgebung müssen sich am pädagogischen Bedarf orientieren. Entscheidungen wollen wir eng mit Schulen, Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie den zuständigen Gremien abstimmen.
8.1 Unsere Ziele
8.1.1 Schulstandorte verlässlich entwickeln
– Den geplanten Neubau beziehungsweise die bauliche Weiterentwicklung an der Oberschule wollen wir in enger Abstimmung mit Schule, Elternvertretung und Verwaltung umsetzen.
– Notwendige Sanierungen und Erweiterungen an unseren Schulen sollen anhand transparenter Prioritäten geplant und finanziell verlässlich hinterlegt werden.
– Schulwege müssen sicher sein. Fuß- und Radverbindungen, Querungsstellen, Beleuchtung und Hol- und Bringverkehre sollen bei Schulstandorten regelmäßig überprüft werden.
8.1.2 Digitale und zeitgemäße Bildung
– Digitale Infrastruktur, Endgeräte und verlässlicher IT-Support müssen den Unterricht unterstützen. Technik soll pädagogischen Nutzen bringen und dauerhaft wartbar sein. Dies kann nur funktionieren, wenn das Land Niedersachsen seiner Verantwortung gerecht wird und finanzielle und personelle Verantwortung übernimmt.
– Medienkompetenz und ein verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Angeboten und KI gewinnen an Bedeutung. Schulen sollen im Rahmen der kommunalen Zuständigkeit eine verlässliche technische Grundlage erhalten.
8.1.3 Ganztag und Betreuung
– Den Ausbau ganztägiger Angebote begleiten wir bedarfsgerecht. Räume, Mensa, Sportflächen und Freiflächen müssen mit den tatsächlichen Anforderungen wachsen.
– Kooperationen mit Sportvereinen, Musik, Kultur, Jugendhilfe und weiteren außerschulischen Partnern können Ganztagsangebote sinnvoll ergänzen und sollen erleichtert werden.
9 Sicherheit und Ordnung
Sicherheit ist eine Grundvoraussetzung für Lebensqualität. Westerstede profitiert von leistungsfähigen Freiwilligen Feuerwehren, Rettungsdiensten, Hilfsorganisationen, Polizei und einem starken ehrenamtlichen Engagement. Diese Strukturen wollen wir verlässlich unterstützen.
Prävention beginnt im Alltag: gepflegte öffentliche Räume, gute Beleuchtung, Jugendarbeit, Vereine und funktionierende Dorfgemeinschaften tragen ebenso zur Sicherheit bei wie konsequentes Handeln bei Regelverstößen.
9.1 Unsere Ziele
9.1.1 Feuerwehr und Einsatzkräfte stärken
– Den Feuerwehrbedarfsplan wollen wir mit hoher Priorität weiter umsetzen und notwendige Investitionen in Fahrzeuge, Gebäude, Technik und persönliche Schutzausstattung verlässlich absichern.
– Einsatzkräfte verdienen Rückhalt. Verbale oder tätliche Angriffe auf Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und andere Helfer verurteilen wir klar und unterstützen konsequente rechtliche Schritte.
– Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst, THW, DRK, DLRG und weiteren Hilfsorganisationen wollen wir weiter stärken.
9.1.2 Sichere öffentliche Räume
– Kindertagesstätten, Schulen, Spielplätze, Jugendzentren, Schwimmbäder und öffentliche Sporthallen müssen sichere Orte sein. Den Schutz Minderjähriger vor Drogenhandel und unerlaubtem Konsum wollen wir im rechtlich zulässigen Rahmen durch Prävention, Kontrollen, Kameraüberwachung und konsequentes Eingreifen stärken.
– Wir wollen Beleuchtungszeiten der Straßenbeleuchtung am Abend und in der Nacht erweitern. Dies verbessert das Sicherheitsgefühl und die tatsächliche Sicherheit. Energieeffizienz und Auswirkungen auf die Tierwelt werden dabei berücksichtigt.
– Ein gepflegtes Erscheinungsbild, saubere Plätze und eine gute Aufenthaltsqualität tragen zur Sicherheit bei. Hinweise auf Schäden und Gefahrenstellen sollen schnell bearbeitet werden.
9.1.3 Bevölkerungs- und Katastrophenschutz
– Die Stärkung des Bevölkerungsschutzes führen wir konsequent fort. Westerstede als Mittelzentrum und bedeutender Gesundheitsstandort muss auch bei Stromausfällen, Starkregen, Hochwasser und Großschadenslagen handlungsfähig bleiben.
– Die abgesetzte Führungsstelle im Rathaus wollen wir weiter umsetzen und die unabhängige Arbeitsfähigkeit von Verwaltung und Feuerwehr durch geeignete Notstrom- und Kommunikationslösungen absichern.
– Das geplante Netz von Katastrophenschutz-Leuchttürmen unterstützen wir. Diese zentralen Anlaufstellen sollen bei längerfristigen Ausfällen Information, grundlegende Hilfe, Notstrom und Kommunikationsmöglichkeiten bereitstellen können.
– Bei Großschadenslagen müssen auch praktische Anforderungen wie mobile sanitäre Einrichtungen für Einsatzkräfte und Betroffene berücksichtigt werden.
– Die Bevölkerung soll stärker über Eigenvorsorge, Verhalten bei Stromausfällen, Starkregen und anderen Krisen informiert werden. Eine gut vorbereitete Bevölkerung erhöht die Widerstandskraft der gesamten Stadt.
– Die Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZMZ) und der Austausch mit dem zuständigen Kreisverbindungskommando der Bundeswehr sollen im Rahmen der kommunalen Aufgaben intensiviert werden.
10 Finanzen und Verwaltung
Solide Finanzen sichern die politische Handlungsfähigkeit. Wir wollen investieren, wo es für die Zukunft Westerstedes notwendig ist, und zugleich vermeiden, dass laufende Ausgaben dauerhaft über Kredite finanziert werden.
Eine moderne Verwaltung muss bürgernah, leistungsfähig und wirtschaftlich arbeiten. Digitalisierung, klare Prozesse und verantwortungsvolle Personalplanung sind für uns zentrale Bausteine.
10.1 Unsere Ziele
10.1.1 Haushalt solide und generationengerecht führen
– Wir wollen den Haushalt konsolidieren, ohne notwendige Infrastruktur, Vereine und zentrale Leistungen kaputtzusparen. Vorhaben werden stärker nach Notwendigkeit, Wirkung und Folgekosten priorisiert.
– Neue Kredite für laufende Ausgaben lehnen wir ab. Eventuelle Kreditfinanzierung soll sich auf langfristig werterhaltende oder zukunftssichernde Investitionen konzentrieren und mit einer tragfähigen Perspektive zum weiteren Schuldenabbau verbunden sein.
– Fördermittel von Landkreis, Land, Bund und EU wollen wir systematisch prüfen und dort einwerben, wo Projekte auch nach Auslaufen der Förderung dauerhaft finanzierbar bleiben.
10.1.2 Personal und Verwaltung wirtschaftlich steuern
– Jede neue Stelle wird vor Einrichtung auf ihre dauerhafte Notwendigkeit geprüft. Gleichzeitig müssen Pflichtaufgaben und zentrale Serviceleistungen personell verlässlich erfüllt werden können.
– Beschaffung, Gebäudeunterhaltung und Energieverbrauch wollen wir stärker auf Wirtschaftlichkeit ausrichten.
10.1.3 Ehrenamt und freiwillige Leistungen finanziell absichern
– Auch bei knappen Haushaltsmitteln wollen wir die Unterstützung für Freiwillige Feuerwehren, DLRG, DRK, THW, Sportvereine, Ortsbürgervereine sowie kulturelle und soziale Initiativen dort sichern, wo sie unmittelbare Wirkung für Gemeinschaft, Sicherheit und Zusammenhalt entfaltet.
11 Kultur und Vereinsarbeit
Kultur, Vereine und Ortsgemeinschaften prägen die Identität Westerstedes und seiner Dörfer. Sie schaffen Begegnung, übernehmen Verantwortung und halten Traditionen lebendig.
Kommunale Unterstützung soll möglichst unbürokratisch dort ankommen, wo Menschen Zeit und Verantwortung für die Gemeinschaft einsetzen.
11.1 Unsere Ziele
11.1.1 Vereine und Ortsbürgervereine unterstützen
– Ortsbürgervereine und andere gemeinnützige Vereine sollen bei Veranstaltungen, Aktionen und Projekten kurze Wege in die Verwaltung haben. Unterstützungsleistungen der Stadt wollen wir transparent und ehrenamtsfreundlich gestalten.
– Größere Investitionen in Dorfgemeinschaftshäuser können Vereine häufig nicht allein umsetzen. Wir wollen eine angemessene städtische Beteiligung ermöglichen, wenn Nutzung, Eigenleistung und langfristiger Bedarf dies rechtfertigen.
– Vereine sollen frühzeitig über passende Förderprogramme informiert und bei der Antragstellung im Rahmen der Möglichkeiten unterstützt werden.
11.1.2 Kulturelle Vielfalt und regionale Identität
– Die plattdeutsche Sprache ist Teil unserer regionalen Identität. Wir wollen ihre Pflege und Vermittlung unterstützen und das ehrenamtliche Engagement in diesem Bereich wertschätzen.
– Die positive Entwicklung des Jaspershofs wollen wir weiter begleiten. Er ist ein wichtiger Ort für Kultur, Begegnung und Veranstaltungen. Dabei werden wir die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Einrichtung konsequent verfolgen.
– Westerstede und seine Dörfer sollen attraktive Orte für kulturelle Veranstaltungen bleiben. Dabei wollen wir etablierte Angebote ebenso unterstützen wie neue Formate.
11.1.3 Geschichte, Bücherei und kulturelles Gedächtnis
– Das Stadtarchiv ist das Gedächtnis unserer Stadt. Die Arbeit der haupt- und ehrenamtlich Engagierten zur Sicherung und Vermittlung der Westersteder Geschichte wollen wir unterstützen.
– Die Stadtbücherei soll auch künftig mit zeitgemäßen, aktuellen und vielfältigen Medien ausgestattet werden und als niedrigschwelliger Bildungs- und Begegnungsort erhalten bleiben. Für die Arbeit des Stadtarchivs sind bedarfsgerechte Räume und Lagermöglichkeiten vorzuhalten.
12 Sport und Hössen
Sport stärkt Gesundheit, Gemeinschaft und Persönlichkeitsentwicklung. Leistungs-, Breiten-, Vereins- und Schulsport haben für uns einen hohen Stellenwert. Besonders wichtig ist die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen in den Sportvereinen.
Das Hössensportzentrum ist ein zentraler Baustein der Westersteder Sportinfrastruktur. Wir wollen seine Attraktivität sichern und notwendige Investitionen mit Augenmaß weiterführen.
12.1 Unsere Ziele
12.1.1 Hössensportzentrum weiterentwickeln
– Die Außenanlagen des Freibades wollen wir attraktiv und familienfreundlich weiterentwickeln. Bestehende Angebote sollen gepflegt und bedarfsgerecht ergänzt werden.
– Wir möchten in den kommenden Jahren eine Wasserrutsche beim Freibad errichten.
– Wir setzen uns für eine attraktive und sozial ausgewogene Tarifstruktur des Schwimmbades ein. Kinder und Jugendliche sollen gute Möglichkeiten haben, regelmäßig schwimmen zu gehen.
– Die Sanierung der Hössensporthalle wollen wir nach Bedarf und baulicher Priorität voranbringen.
12.1.2 Schwimmen lernen und Vereine stärken
– Kinder müssen die Möglichkeit haben, sicher schwimmen zu lernen. Die Stadt soll gemeinsam mit Schulen, Vereinen und weiteren Partnern gute Rahmenbedingungen für Schwimmunterricht und Schwimmausbildung schaffen, die bezahlbar sind.
– Gemeinsam mit den Sportvereinen wollen wir regelmäßig prüfen, ob Hallen, Plätze und sonstige Sportstätten in Stadt und Dörfern den tatsächlichen Bedarfen entsprechen.
– Wir möchten in den kommenden Jahren einen weiteren Kunstrasenplatz in unserer Stadtgemeinde realisieren. Hierzu sollen eventuelle Fördergelder eingeworben werden.
– Für die Sporthalle in Ocholt setzen wir uns für eine tragfähige Zukunftslösung ein. Auf Grundlage von Bedarf und Wirtschaftlichkeit ist ein Neubau durchzuführen.
12.1.3 Bewegung im öffentlichen Raum
– Frei zugängliche Bewegungsangebote wie Fitness- oder Trimm-Dich-Elemente wollen wir an geeigneten Standorten weiterentwickeln.
– Die Reitanlage in Fikensolt hat sich als bedeutender Austragungsort für Reitsportveranstaltungen etabliert. Diese Entwicklung begrüßen wir sehr. Der Reitsport in Westerstede und seinen Dörfern hat eine lange Tradition und ist mit unserer Heimat stark verwurzelt. Daher wollen wir diesen Sport im Rahmen der kommunalen Möglichkeiten positiv begleiten.
13 Freizeit und Tourismus
Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und macht die landschaftlichen und kulturellen Stärken Westerstedes und seiner Dörfer sichtbar. Er sichert Arbeitsplätze, stärkt Gastronomie und Einzelhandel und trägt zur Identifikation mit unserer Heimat bei.
Wir wollen die Westersteder Touristik eng mit den Angeboten des Ammerlands vernetzen und dabei die besonderen Stärken unserer Stadt eigenständig profilieren.
13.1 Unsere Ziele
13.1.1 Gastgewerbe und Übernachtungsangebote
– Hotels, Ferienwohnungen, Camping und Gastronomie sind für den Tourismusstandort unverzichtbar. Weiterentwicklungen bestehender Betriebe sollen lösungsorientiert und unbürokratisch begleitet werden.
– Neue oder ergänzende Übernachtungsangebote unterstützen wir dort, wo sie zum Standort passen und die örtliche Infrastruktur berücksichtigt wird.
– Die Touristik Westerstede e.V. und die Draisinenspaß Ammerland GmbH wollen wir als wichtige touristische Akteure weiterhin unterstützen.
13.1.2 Rad-, Wander- und Naturtourismus
– Das touristische Radwegenetz wollen wir pflegen, Lücken schließen und eine gute Wegweisung vorhalten. Bei der in Kapitel 14 vorgesehenen Ladeinfrastruktur berücksichtigen wir touristisch wichtige Knotenpunkte besonders.
– Wanderwege, unter anderem im Bereich Möhlenbült, sollen dauerhaft in einem guten und sicheren Zustand gehalten werden.
– Rhododendronpark Hobbie, LandErlebnis Janßen und weitere private wie öffentliche Ausflugsziele sind wichtige Aushängeschilder. Gute Rahmenbedingungen für ihren Erhalt und ihre Entwicklung liegen im Interesse der gesamten Stadt und des Landkreises Ammerland. Für diese Aushängeschilder werden wir uns stark machen.
13.1.3 Veranstaltungen und Profil
– Große Veranstaltungen und Ausstellungen müssen qualitativ überzeugen, wirtschaftlich verantwortbar sein und einen erkennbaren Nutzen für Westerstede haben. Konzepte wollen wir regelmäßig auswerten und weiterentwickeln.
– Der Rhododendron bleibt ein wichtiges Profilmerkmal Westerstedes. Die Rhodo und künftige Formate sollen zeitgemäß, attraktiv und finanziell tragfähig gestaltet werden.
14 Mobilität und Infrastruktur
Eine funktionierende Infrastruktur ist Voraussetzung für Lebensqualität, wirtschaftliche Entwicklung und gleichwertige Chancen in Stadt und Dörfern. Unsere Verkehrspolitik berücksichtigt Auto-, Fahrrad-, Fußverkehr und öffentlichen Nahverkehr gleichberechtigt.
Gerade im ländlich geprägten Westerstede bleibt das Auto für viele Menschen unverzichtbar. Zugleich wollen wir sichere und attraktive Alternativen ausbauen. Die Bürgerinnen und Bürger sollen im Alltag selbst entscheiden können, welches Verkehrsmittel für sie am besten passt.
14.1 Unsere Ziele
14.1.1 ÖPNV und Bahnanbindung
– Wir setzen uns für ein bedarfsgerechtes ÖPNV-Angebot und gute Verbindungen nach Oldenburg und in die Region ein. Eine attraktive Taktung muss Nachfrage, Finanzierbarkeit und Anschlüsse sinnvoll zusammenführen.
– Die Neugestaltung und Barrierefreiheit des Bahnhofs Westerstede-Ocholt wollen wir aktiv begleiten und verfügbare Fördermittel nutzen.
– Langfristig unterstützen wir eine bessere Einbindung des Bahnhofs Westerstede-Ocholt in das regionale Bahnangebot in enger Abstimmung mit Landkreis, ZVBN, Land und weiteren zuständigen Stellen.
– Den BürgerBus Westerstede e.V. und die ehrenamtlich getragene Mobilitätsarbeit unterstützen wir weiterhin.
14.1.2 Rad- und Fußverkehr verbessern
– Wir wollen Lücken im Radwegenetz schließen und sichere Verbindungen zwischen Dörfern, Schulen, Arbeitsplätzen und Innenstadt schaffen. Der komplette Radwegelückenschluss zwischen Mansie und Torsholt soll, wie von der CDU beantragt, umgesetzt werden.
– Fahrradabstellanlagen und E-Bike-Ladestationen sollen an geeigneten Knotenpunkten ausgebaut werden.
– Kirchwege und wichtige Fußverbindungen wollen wir erhalten und dort verbessern, wo Sicherheit und Nutzbarkeit dies erfordern.
14.1.3 Straßen und ländliche Wege erhalten
– Das Straßenschadenskataster wollen wir fortschreiben und die Mittel für notwendige Straßenunterhaltungsmaßnahmen bedarfsgerecht ausstatten. Werterhalt ist langfristig günstiger als Sanierungsstau.
– Für den ländlichen Wegebau werben wir Fördermittel ein und stellen im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten ausreichende kommunale Mittel für notwendige Unterhaltungsmaßnahmen bereit. Dabei berücksichtigen wir die Anforderungen von Landwirtschaft, Anwohnern, Radverkehr und Rettungsdiensten.
– Bushaltestellen sollen kontinuierlich barrierearm beziehungsweise barrierefrei hergerichtet werden, soweit dies technisch und wirtschaftlich möglich ist.
14.1.4 Verkehrsentwicklung vorausschauend planen
– Die Weiterentwicklung des Klinikstandortes wird zusätzliche Verkehre erzeugen. Für besonders belastete Knoten und Zufahrten brauchen wir frühzeitig tragfähige Lösungen, die Anwohner, Beschäftigte, Rettungsverkehr und übrige Verkehrsteilnehmer berücksichtigen.
– Die Verkehrssituation im Bereich Am Röttgen, Kuhlenstraße und Lange Straße muss verbessert werden und Veränderungen unter angemessener Bürgerbeteiligung geplant und umgesetzt werden.
– Carsharing wollen wir umsetzen und bei entsprechender Nachfrage kontinuierlich ausbauen.
– Schnellladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge soll bedarfsgerecht an geeigneten Standorten ergänzt werden.
15 Medizin und Gesundheit
Westerstede ist ein zentraler Gesundheits- und Medizinstandort im Ammerland und weit darüber hinaus. Ammerland-Klinik, Bundeswehrkrankenhaus, Karl-Jaspers-Klinik, Hospiz, Rettungsdienst, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und ambulante Dienste bilden gemeinsam eine leistungsfähige Versorgungsstruktur.
Wir wollen diese Stärke erhalten und weiterentwickeln. Gute Gesundheitsversorgung ist zugleich ein wichtiger Standortfaktor und schafft zahlreiche qualifizierte Arbeits- und Ausbildungsplätze.
15.1 Unsere Ziele
15.1.1 Klinikstandort stärken
– Die Weiterentwicklung des Klinikzentrums aus Ammerland-Klinik und Bundeswehrkrankenhaus unterstützen wir. Notwendige kommunale Planungen und Infrastrukturmaßnahmen wollen wir konstruktiv begleiten.
– Wir sind stolz auf Westerstede als medizinischen Standort der Bundeswehr und heißen Soldatinnen und Soldaten, Zivilbeschäftigte und ihre Familien in unserer Stadt und unseren Dörfern willkommen.
– Die Ausbildung von Pflegefachkräften und anderen Gesundheitsberufen am Standort Westerstede ist ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung und soll gute Rahmenbedingungen vorfinden.
15.1.2 Ambulante, stationäre und hospizliche Versorgung vernetzen
– Die Zusammenarbeit zwischen ambulanten und stationären Gesundheitseinrichtungen wollen wir im Rahmen der kommunalen Möglichkeiten unterstützen. Gute Übergänge zwischen Krankenhaus, Praxis, Pflege und Rehabilitation verbessern die Versorgung.
– Der Hospizbewegung Ammerland und dem Ammerland-Hospiz sind wir eng verbunden. Ihre wichtige Arbeit wollen wir politisch unterstützen.
15.1.3 Gesundheitsförderung und Prävention
– Gesundheit soll bei kommunalen Entscheidungen von Anfang an mitgedacht werden.
– Gesundheitsförderung und Prävention sollen als kommunale Querschnittsaufgabe gestärkt werden. Dabei wollen wir die unterschiedlichen Lebenslagen der Menschen berücksichtigen und gute Voraussetzungen für ein gesundes Leben schaffen.
Unser Arbeitsauftrag für Westerstede und seine Dörfer
Dieses Bürgerprogramm ist unser Arbeitsauftrag für die Wahlperiode 2026 bis 2031. Wir wollen unsere Heimat mit Vernunft, Verlässlichkeit und Nähe zu den Menschen weiterentwickeln. Entscheidungen sollen solide finanziert, nachvollziehbar begründet und gemeinsam mit den Betroffenen vorbereitet werden.
Wir stehen für eine starke Stadt und starke Dörfer, für wirtschaftliche Entwicklung und soziale Verantwortung, für Sicherheit und Ehrenamt sowie für einen verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Ressourcen. Dabei bleibt unser Maßstab, was den Menschen in Westerstede und unseren Dörfern konkret nützt und unsere Stadtgemeinde langfristig handlungsfähig hält.