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23.08.2019, 09:52 Uhr | Mit freundlicher Genehmigung, NWZ Online, Tom Ole Theilken
Ministerin bei Wittenberger Landwirt
Barbara Otte-Kinast zu Gast auf dem Bauernhof

Wittenberge Reichlich Diskussionsstoff gab es auf dem Hof des Wittenberger Landwirts Lars Brunßen: Zu Gast bei der fünften Auflage der von der CDU Edewecht veranstalteten landwirtschaftlichen Diskussionsrunde „Wittenberger Gespräche“ war die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU).

Sie stellte sich nach einem kurzen Rundgang über den rund 90 Hektar großen Futterbaubetrieb den Fragen der 70 Gäste, die selbst hauptsächlich aus der Landwirtschaft kommen. Neben Lokalpolitikern wie Veranstalter und CDU-Fraktionsvorsitzender Jörg Brunßen waren auch der Landtagsabgeordnete Jens Nacke sowie der Bundestagsabgeordnete Stephan Albani (beide CDU) anwesend.

Besichtigung: Ministerin Barbara Otte-Kinast (l.), Bundestagsabgeordneter Stephan Albani, Landtagsabgeordneter Jens Nacke, Landwirt Lars Brunßen und CDU-Fraktionsvorsitzender Jörg Brunßen. Bild: Tom Ole Theilken

Ministerin Otte-Kinast, die selbst auf einem Milchviehbetrieb im Weserbergland lebt, ging im Gespräch selbst auf große Themenblöcke wie zum Beispiel den Tierschutz ein.

„Wir müssen besonders im Punkt des Tierschutzes das Image der Landwirtschaft stärken und gleichzeitig gegen die nicht artgerechte Tierhaltung und den nicht artgerechten Tiertransport vorgehen“, so Otte-Kinast zu Beginn der rund 90-minütigen Diskussionsrunde. Besonders intensiv wurde der Austausch dann aber vor allem in bei der Vereinbarkeit von Klimazielen mit der Landwirtschaft. Die im Jahr 2017 beschlossene Düngeverordnung schränke aus Sicht der Landwirte deren Arbeit enorm ein.

Für Otte-Kinast ist diese Ansicht der Landwirte nachvollziehbar: „Hier, in der Futteranbauregion, spielt Wirtschaftsdünger eine große Rolle. Wir müssen zu einer guten Aufbereitung dieses Düngers kommen, damit dieser auch in Ackerbauregionen akzeptiert wird. Zudem dürfen wir nicht einfach alle Probleme auf die Landwirtschaft abladen“, so die Ministerin, die erklärte, dass es in dieser Thematik durchaus eine positive Entwicklung gebe.

Ebenfalls Verständnis zeigte die Politikerin für den Unmut der Landwirte, entstanden durch ausgebliebene Dürre-Entschädigungen im Vorjahr: „Rund um die Verteilung dieser Entschädigungen gab es ein langes Hin und Her. Es ist meiner Ansicht nach nicht möglich, an bestimmten Stellen nach reinen Zahlen einen Schnitt zu machen. Dies schafft Ungerechtigkeiten. Wir müssen eine durchsichtigere und vor allem gerechtere Lösung finden.“

Nach Gesprächen über Wolfsansiedlung, Grünlandprämie oder die Kompromissfindung zwischen Klimazielen und der Nutzung von Moorgebieten hob die Ministerin noch einmal die große gesellschaftliche Rolle der Landwirtschaft hervor: „Niedersachsen ist flächenmäßig das Agrarland Nummer eins. Jeder zehnte Arbeitsplatz hängt mit der Landwirtschaft zusammen. Wir müssen in Zukunft wieder öffentlich aufklären, was für einen hohen Stellenwert die Landwirtschaft in unserer Gesellschaft hat.“

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